Cradle to Cradle
Was bedeutet Cradle to Cradle bei Kleidung?
Cradle to Cradle bedeutet, dass ein Kleidungsstück am Ende kein Abfall ist. Es geht entweder als biologischer Nährstoff zurück in die Natur oder wird technisch wiederverwertet. Für unsere C2C-Kollektion verwenden wir einen Stoff, den Wolford dafür entwickelt und zertifizieren lassen hat.
Was passiert, wenn man ein Kleidungsstück in den Kompost legt?
Wir haben es ausprobiert. Im Frühjahr haben wir einige Modelle im Komposthaufen eingegraben und im Sommer nachgesehen. Übrig war nur noch das grobe Gerüst der Textilien, durchlöchert und kaum noch einem Modell zuzuordnen.
Im Herbst war es gar nicht mehr so einfach, überhaupt etwas zu finden. Schließlich haben wir doch noch ein paar Stoffreste entdeckt, so klein, dass sie bis zum Wintereinbruch vermutlich vollständig verschwunden sein werden.
Das ist kein Laborergebnis, sondern unser Gartenkompost. Aber es zeigt, worum es beim Cradle to Cradle Prinzip geht.
Woher kommt unser Cradle to Cradle Stoff?
Von Wolford. Das Unternehmen hat den Stoff in Vorarlberg gemeinsam mit zwölf weiteren Betrieben entwickelt und war das erste Textilunternehmen mit einer Gold-Zertifizierung in beiden Kategorien, biologisch abbaubar und technisch wiederverwertbar. Unter geeigneten Bedingungen, also bei passender Temperatur und Feuchtigkeit, baut sich das Material im biologischen Kreislauf in etwa 60 Tagen ab.
Ehrlich dazugesagt: Zertifiziert ist der Stoff, aus dem wir nähen. Eine eigene Zertifizierung für unsere fertigen Kleidungsstücke haben wir nicht, dafür sind wir zu klein. Was wir sagen können, ist, woher der Stoff kommt und was er kann.
Warum ist biologisch abbaubares Elastan wichtig?
Weil Elastan der Teil ist, der am längsten bleibt. Laut Fashion Revolution dauert es 20 bis 200 Jahre, bis sich das Elastan aus üblicher Sportbekleidung zersetzt.
Dazu kommt: Bei jedem Waschgang synthetischer Kleidung gelangen Mikropartikel aus Kunststoff ins Abwasser. Kläranlagen können sie nicht filtern, sie bleiben im Kreislauf.
In unserer C2C-Kollektion zerfällt das Elastan am Ende seiner Lebensdauer, ohne schädliche Substanzen freizusetzen. Das gilt für alle Teile dieser Kollektion.
Gut zu wissen
Häufige Fragen
Was mache ich mit einem C2C Teil, wenn es ausgedient hat?
Auf den Kompost. Nicht in den Restmüll und nicht in den Biomüll, denn kommunale Biotonnen sind auf Küchenabfälle ausgelegt. Wichtiger ist aber: Trag es so lange wie möglich. Die Abbaubarkeit ist der letzte Schritt, nicht der erste.
Wie lange dauert der Abbau genau?
Im biologischen Kreislauf etwa 60 Tage unter geeigneten Bedingungen. Auf einem Gartenkompost dauert es länger, bei uns waren es mehrere Monate, wie unser Experiment gezeigt hat. Temperatur und Feuchtigkeit machen den Unterschied.
In welchen Farben gibt es die C2C-Kollektion?
In Schwarz, Weiß, Stone und Navy. Das ist eine bewusste Entscheidung. Diese vier Töne lassen sich untereinander und mit allem anderen im Schrank kombinieren, und sie gehen nicht aus der Mode. Wer ein Teil ersetzt, bekommt bei uns auch in zwei Jahren noch dieselbe Farbe. Bei Saisonfarben wäre das nicht so.
Ist das Kleidungsstück selbst zertifiziert?
Nein. Zertifiziert ist der Stoff, den wir verarbeiten. Eine eigene Zertifizierung des fertigen Teils wäre für einen Betrieb unserer Größe nicht finanzierbar.
Hält C2C-Kleidung genauso lange?
Ja. Der Abbau beginnt erst unter Kompostbedingungen, also bei Feuchtigkeit, Wärme und Mikroorganismen. Im Kleiderschrank und in der Waschmaschine passiert nichts.
Was ist Cradle to Cradle überhaupt?
Ein Zertifizierungssystem für Produkte, die in Kreisläufen gedacht sind. Bewertet werden unter anderem Materialgesundheit, Kreislauffähigkeit, Energie und Wasser. Es gibt fünf Stufen von Basic bis Platinum.


































































































































































